Programmierschnittstellen (kurz APIs) erleichtern milliardenfach pro Tag den Datentransfer zwischen Systemen und dienen als wichtige Zugangspunkte, die Unternehmen mit Kunden, Auftragnehmern und Mitarbeitern verbinden. APIs sind als wichtige Werkzeuge für Unternehmen zu verstehen. Sie rationalisieren organisatorische Abläufe und sorgen u. a. für höhere Prozesseffizienz und Markenbekanntheit und reduzieren die Antwortzeit.

Doch was ist eine API? Wofür steht das Kürzel und welche Arten von Programmierschnittstellen gibt es? In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte.

Was ist eine API? – Definition

Eine API (Application Programming Interface) ist ein Satz von Befehlen, Funktionen, Protokollen und Objekten, die Programmierer verwenden können, um eine Software zu erstellen oder mit einem externen System zu interagieren. Sie stellt Entwicklern Standardbefehle für die Ausführung allgemeiner Operationen zur Verfügung, so dass Codes nicht von Grund auf neu geschrieben werden müssen.

Die API – auch Programmierstelle genannt- ermöglicht es demnach Anwendungen miteinander zu kommunizieren. Die API ist nicht die Datenbank oder gar der Server, sondern der Code, der die Zugangspunkte für den Server regelt und die Kommunikation ermöglicht.

Somit wird der Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen um ein Vielfaches beschleunigt und vereinfacht.

Bedeutung von API – Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie bauen etwas mit Lego. Statt jedes Mal einen neuen Baustein selbst herstellen oder schnitzen zu müssen, können Sie einfach einen Stein aus einem vorbereiteten Sortiment nehmen und in Ihr Projekt einsetzen. Jeder Baustein lässt sich mit anderen Bausteinen zusammenstecken und beschleunigt so das Bauprojekt. Im Wesentlichen funktionieren APIs genauso. Sie optimieren und steigern die Effizienz, wo immer sie eingesetzt werden.

APIs erklärt an Anwendungsbeispielen

APIs sind überall und die meisten von uns haben täglich mit ihnen tun, ohne es zu merken. Jedes Mal, wenn wir ein Update auf Facebook posten, Flugpreise auf einer Reisewebsite vergleichen oder eine Onlinebanking-Transaktion auf unserem Smartphone durchführen, stecken APIs dahinter. Tatsächlich nutzen die meisten von uns jeden Tag hunderte, wenn nicht tausende von APIs. Anhand folgender drei Beispiele lassen sich die unterschiedlichen Funktionen von APIs gut erkennen:

  1. Wettervorhersage – Globaler Datenaustausch durch mehrere APIs
    Um die Funktionsweise und den Umfang von APIs besser zu verstehen, sehen wir uns ein Beispiel von The Weather Company und der zugehörigen mobilen App an. Das Unternehmen erfasst und speichert Wetterdaten aus Millionen Quellen rund um den Globus und verwendet dafür zahlreiche APIs. Weitere APIs erlauben den Entwicklern des Wetterdienstleisters, das Smartphone Widget zu erstellen, das die Anwender brauchen, um die Wettervorhersage abzurufen. Und wieder andere APIs sorgen dafür, dass Dateien über das Smartphone mit dem Server ausgetauscht werden können: Wenn Sie Ihren Standort angeben, bekommen Sie im Gegenzug eine Wettervorhersage.

  2. Im E-Commerce –Übermittlung von Bestandsdaten in Echtzeit
    Im E-Commerce nutzen Einzelhändler APIs, um den Überblick über ihren Bestand zu behalten und Kunden Auskunft über die Verfügbarkeit von Produkten zu geben.

  3. Dienstleister – Vereinfachung des Kundenkontakts
    Medizinische Dienstleister verwenden APIs für ihre Onlineportale, auf denen Patienten Termine vereinbaren oder nach bestimmten Services suchen können. Behörden registrieren mithilfe von APIs Wähler und verwalten Verzeichnisse während Nonprofit-Organisationen APIs nutzen, um mit Spendern in Kontakt zu treten.

Dies sind nur drei Beispiele, welche die vielfältigen Möglichkeiten des komplexen Netzwerks an APIs verdeutlichen.

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API – Entstehung und Weiterentwicklung

APIs gibt es seit dem Jahr 2000. Zu den frühesten und bekanntesten APIs gehören die zwei APIs, welche eBay und Salesforce etwa zu dieser Zeit eingeführt haben:

  • Ebay wollte seinen Nutzern einen einfacheren Zugriff auf seine Seite bieten und Massenuploads von Inseraten erleichtern.
  • Salesforce suchte eine Lösung, mit der mehr Nutzer ihre bestehenden Daten mit ihrer Salesforce-Plattform verbinden könnten.

Zwei Jahre später erschien Amazon Web Services auf der Bildfläche. Seitdem ist die Anzahl der verfügbaren APIs exponentiell gestiegen. Die Anzahl der APIs ist aber nicht das Einzige, das sich in den letzten Jahren geändert hat. Mit der Entwicklung von Open Source-APIs und REST-APIs wurden die Regeln neu geschrieben – sowohl für das Internet als auch für die Software-Entwicklung. Der Trend hin zu cloudnnativen Technologien verspricht noch dramatischere Veränderungen in der Zukunft.

Welche APIs gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene API-Typen, der Unterschied liegt hierbei in ihrer Zugänglichkeit:

  1. Internal API
  2. Partner/Customer API
  3. Public / Open Source API

Heute sind Tausende von APIs in Gebrauch, und mit jeder neuen Softwareeinführung oder Aktualisierung kommen neue hinzu. Einige APIs stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung, während andere streng intern oder nur eingeschränkt von zwei oder mehr Partnern verwendet werden. Die drei grundsätzlichen Zugangstypen werden im Folgenden erläutert.

Internal API – geschützter Zugang

Internal APIs (dt. interne APIs), auch private APIs genannt, sind vor externen Benutzern verborgen und werden nur durch interne Systeme offengelegt. Diese nicht öffentlichen APIs sind nicht für die Nutzung außerhalb des Unternehmens bestimmt, sondern vielmehr für die interne Nutzung – etwa, um die Produktivität zu steigern. So werden sie beispielsweise von Unternehmen verwendet, um in verschiedenen Bereichen, wie der Produktentwicklung, dem Personalwesen und dem Kundendienst eine höhere Effizienz zu erreichen.

Partner / Customer APIs – eingeschränkter Zugang

Partner-APIs sind APIs, die für strategische Geschäftspartner bereitgestellt werden. Sie sind eingeschränkt verfügbar – für den Zugriff bedarf es einer speziellen Berechtigung. Partner-APIs werden zur Kommunikation über die Unternehmensgrenzen hinaus genutzt. Sie sind in der Regel über ein öffentliches API-Entwicklerportal zugänglich.

Open Source API – öffentlich zugänglich für Dritte

Eine Open Source API, auch öffentliche API genannt, ist eine Programmierschnittstelle, die Softwareentwicklern öffentlich zugänglich gemacht wird. Offene APIs werden im Internet veröffentlicht und frei ausgetauscht, so dass der Eigentümer eines netzzugänglichen Dienstes den Verbrauchern einen universellen Zugang ermöglichen kann.

APIs und API-Integration findet man überall: In jeder Branche und jedem Sektor. Heute bieten öffentlich verfügbare API-Optionen – so genannte Open Source-APIs – Entwicklern mehr Flexibilität sowie Zugriff auf proprietäre Software und Webservices. Die Nutzung von Open-Source-APIs für das eigene Unternehmen bringt deutliche Vorteile mit sich:

  • Offenes Konzept und Agilität: Eine Open Source-Anwendungsintegrationslösung eignet sich optimal, um sicherzustellen, dass die Unternehmensinfrastruktur flexibel, zukunftssicher und nicht abhängig von einer einzigen proprietären Technologie bleibt.

  • Datenaustausch und Innovation: Der rasante Fortschritt bei der Rechenleistung und die hohe Verfügbarkeit von Daten haben neue Möglichkeiten eröffnet, um einen klaren geschäftlichen Nutzen aus Informationen zu ziehen. In zunehmendem Maße werden Daten primär über APIs geteilt.

  • Kostenersparnisse: Eine Open Source-Lösung für die Anwendungsintegrationsanforderungen von Unternehmen ist weitaus kostengünstiger als proprietäre Software, sowohl, was die Vorabinvestitionen als auch was die laufenden Kosten angeht.

  • Wertvolle Erkenntnisse: APIs bieten mehr Möglichkeiten in Bezug auf Interaktionen und Datenerfassung. Auf diese Weise gewinnen Unternehmen mehr Erkenntnisse über ihre Kunden und Prozesse und können ihre Produkte und Services besser auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Nutzer abstimmen.

  • Unterstützung durch die Community: Die Entwickler-Communities rund um ausgereifte, aktive Open Source-Projekte sind eine hervorragende Quelle für Know-how, Tipps und Anwendungserweiterungen.

Wie sieht eine API aus? – Aufbau der REST-API erklärt

APIs können sich hinsichtlich ihres Architekturtyps (REST, SOAP, RPC usw.) unterscheiden. Zu den neueren Entwicklungen in der Geschichte der APIs gehören das Aufkommen der REST-Architektur und der Trend hin zu einem cloudbasierten API-Design. In den letzten Jahren ist die REST-API dabei zum bevorzugten Standard für die Entwicklung von Anwendungen geworden. REST-APIs – kurz für Representational State Transfer – wurden von Roy Fielding speziell für Webservices entwickelt und konzipiert. Mit anderen Worten: Sie helfen Computern und anderen Geräten, über das Internet zu kommunizieren.

REST-APIs basieren auf einer einzigartigen Architektur, die folgende Eigenschaften priorisiert:

  • Performance – wie Komponenten interagieren, wirkt sich auf die Performance aus
  • Skalierbarkeit – kann zahlreiche Komponenten unterstützen
  • Einfachheit – zwischen interagierenden Schnittstellen
  • Modifizierbarkeit – von Komponenten, um Anforderungen zu erfüllen, die sich ständig ändern
  • Transparenz – klare Kommunikation zwischen Komponenten
  • Portabilität – von datenreichem Code
  • Zuverlässigkeit – garantiert Ausfallsicherheit auf Systemebene

Rasante Weiterentwicklung der APIs durch Cloud & IoT

Einen weiteren Einfluss auf die API-Technologie haben die Trends hin zur Cloudtechnologie und zum Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Durch Fortschritte bei der Programmierung sowie hinsichtlich der Netzwerkgeschwindigkeit und der Sicherheit konnte sich die gesamte API-Technologie rasant weiterentwickeln.

Jeden Tag wird eine unvorstellbar große Menge an Daten erstellt, gesucht, verkauft, gekauft, analysiert und verwendet. Viele dieser Daten stammen aus dem IoT – dem Netzwerk an Geräten, Kleidungsstücken, Anwendungen, Fahrzeugen und Komponenten, die mit dem Internet verbunden sind. Und solange das IoT wächst, nimmt auch die Menge der verfügbaren Daten zu.

Dank Cloudspeicher, Data Warehouses und Data Lakes können Unternehmen praktisch unendliche Datenbestände erstellen und verwalten. APIs erfassen und verwalten diese große Menge an Daten und helfen dabei, diese zu interpretieren.

API richtig integrieren: die ersten Schritte

Der zunehmende Einsatz von APIs sowie der Trend hin zu Open Source, REST und cloudnativen API-Technologien bedeutet für Unternehmen, dass sie einer umfassenden API-Lösung bedürfen, um wettbewerbsfähig und auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Talend Open Studio for ESB ist eine kostenlose, nutzerfreundliche Open Source-Lösung zur Integration von APIs sowie zur Erstellung serviceorientierter Architekturen.

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